Wie man sich das Leben oft selbst schwer macht...
von Grit Hermann ☼ Quelle: www.casita-del-sol.de/schattar.htm
Auszug aus CASITA DEL SOL Sonderheft
Dieser Brief entstand aus einem Impuls an eine fleißige Lichtarbeiterin, die mit Hilfe von Lichtarbeit ihr Leben grundlegend verändert hatte, doch immer ernster zu werden schien. In wieweit das auch für mich wie andere gilt, wurde mir erst später klar...
Schattenarbeit (bzw. die Arbeit an unseren Schatten auch mit Hilfe von lichtvollen Techniken) ist zwar sehr wichtig, und es wäre sicher hilfreich, wenn mehr Menschen sie tun würden, doch seine Aufmerksamkeit so fokussiert nur darauf zu richten, hat zur Folge, daß dies unser Leben bestimmt. Selbst wenn wir mit Sicherheit (und ein Blick zurück in die eigene Vergangenheit wird das bestätigen) schöne Erfolge haben, so begeben wir uns jedesmal in die eher niedrige Energie des Leids und Schmerzes.
Einem Menschen zu erzählen oder gar zuzusichern, in 3 Monaten oder 3 Jahren wären seine Blockaden gelöst (wie es vielleicht einige Therapeuten tun), halte ich für eine Utopie, denn das Leben ist Lernen und Wachsen, unaufhaltsam, bis wir eines Tages aufsteigen und nicht mehr inkarnieren (müssen, aber könnten, wenn wir denn unbedingt nochmal wollten).
Jedes Problem, das wir abtragen, gehört zu einer noch tieferen Wurzel und umfassenderen Ursache und wenn wir unser Leben nur aufs Graben beschränken, werden wir feststellen, daß wir nie ein Ende finden...
Unser Leben wird ernst und verbissen sein und die Energie, die uns begleitet, eine anstrengende oder angestrengte. Wir alle hier haben unendlich viele Muster, Prägungen, Wunden und Verletzungen aus vergangenen Leben mitgebracht und auch in diesem Leben erschaffen oder erfahren - die einen mehr als wir, die anderen vielleicht weniger. Doch keiner ist hier, um zu leiden (es sei denn, er hat eine masochistische Ader und will dies unbedingt, weil er z.B. meint, es verdient zu haben, aber selbst dann meint ER/SIE es und nicht die lichtvollen Ebenen wie die Quelle selbst - sie sehen unser Bemühen UND den Hintergrund dazu in unendlicher Liebe und Verständnis)!
Wir sind hier, um FREUDE und LICHT zu leben (denn das sind wir in Wahrheit).
Lichtarbeit heißt, nicht immer zu schauen, wo ich noch nicht fertig bin, denn ich werde auf Erden NIE fertig werden, sondern zu schauen: was kann ich HIER und JETZT tun, um mich wohlzufühlen? Wie kann ich JETZT FREUDE in mein Leben holen (um dies dann zu teilen oder andere dazu zu inspirieren, es mir gleichzutun)? Und wenn das mal das Auflösen eines Schattens ist, so ist das in Ordnung, wenn das aber heißt, sich in absoluter Hingabe und Liebe z.B. ein Vollbad zu gönnen, so kann dies u.U. sehr viel mehr Schatten erlösen als wir zu glauben wagen, denn Freude kann Dunkelheit regelrecht wegbrennen.
Nicht der Schüler, der verbissen nur schaut, was er alles noch nicht gelernt hat, wird den 1. Platz belegen, auch nicht der, der immer wieder in der Vergangenheit schaut, was er schon alles gelernt hat (und sich selbstbeweihräuchernd mit Blick auf erreichte Zertifikate auf die eigene Schulter klopft, weil er meint, nun alles erreicht zu haben und deshalb über allen anderen zu stehen), sondern der, der mit FREUDE und LEICHTIGKEIT lernt und stets in der Gegenwart ist und sich damit beschäftigt, was ihm da begegnet und u.U. etwas mitteilen möchte...
Und das heißt z.B. auch, sich selbst zu belohnen für getane Arbeit, weil sonst irgendwann die Persönlichkeit streikt und unseren Weg nicht mehr mitgeht, was unnötige innere Kämpfe auslöst, denn uns steht Belohnung dafür zu - sie ist ein wichtiger Faktor auf dem Weg ins Licht.
Ein weiterer Punkt bei stetiger Schattenarbeit ist, daß wir nie wirklich zufrieden sind, sehen wir doch immer, was es alles noch zu tun gibt.
Und da wir uns selbst nicht wirklich so ganz am Ergebnis erfreuen können (weil das nächste schon im Hinterkopf wartet), suchen wir die Bestätigung im Außen. Sicherlich bekommen wir anfangs Anerkennung für unseren Weg, da er oft mit einer der härtesten ist (und uns neben ungeahnten Höhen auch in ebensolche Tiefen führt), doch mit der Zeit läßt das nach und die Menschen werden müde, diesen Part zu erfüllen, denn sie haben genügend eigene, ebenso wichtige Probleme und wir haben etwas Wesentliches übersehen: wir selbst waren es, die diesen Weg wählten. Wir selbst wollten uns all das Leid noch einmal anschauen - doch wir müssen es nicht, denn: das Licht ist stärker als der Schatten und Freude ist stärker als Leid.
In einem TV-Film sagte der Hauptdarsteller, ein Jurist, der mit viel Herz, aber auch Klarheit sozialen Dienst in einer Jugendhilfe leistete, sinngemäß zu einem Jungen, der einige Schicksalsschläge erlebt hatte, aber selbst von Diebstahl bis hin zu anderen Dingen einiges auf dem Kerbholz hatte : „je eher du lernst, daß die anderen dir nichts schulden für das, was du Schlimmes erlebt hast oder deine Probleme, umso einfacher wird dein Leben“. Im ersten Moment, als ich das hörte, mußte ich schlucken - es kam mir ziemlich hart vor. Doch bei genauerer Betrachtung ist es genau DAS! Wir selbst haben es aus welchem Grund auch immer kreiert und die Lösung findet sich (auch wenn es momentan nicht so aussehen mag) irgendwo in uns! Der Jurist in dem TV-Film leistete den Dienst wegen einer eigenen Verfehlung ab und hatte selbst auch vieles erlebt... Er sprach also aus eigener Erfahrung und hatte sein Leben eigenhändig wieder in den Griff bekommen.
Auf der anderen Seite: in der gechannelten Dauergruppe, in der ich vor langer Zeit war, hieß es, daß Freude Probleme, Blockaden u.ä. wie Eis in der Sonne wegschmelzen kann. Das kann ich nur bestätigen! Ich habe Freude erlebt, die wie ein Feuer vieles in mir einfach weggebrannt hat, ohne Leid und Kampf. Und so möchte ich allen dieses Anliegen mit auf den Weg geben: das Leben ist nicht nur Arbeiten - genießt es! Fangt an, Euch zu freuen! Gönnt Euch etwas, wobei das nicht materiell sein muß (aber natürlich gern sein darf).
Die Lichtwelten betonen immer wieder den elementaren Satz: „wo die Freude ist, ist dein Weg“, nicht: wo dein Schatten ist, geht die Arbeit weiter... !
Wir müssen hier wirklich gar nichts, außer vielleicht das, was wir uns (allerdings selbst, ohne Zwang von außen) auferlegt haben und selbst dafür haben wir mehrere Alternativen mit eingeplant, Menschen, die uns begegnen, Träume, Krankheiten und ähnliches, falls wir uns verirren oder unseren Plan unterwegs vergessen haben sollten!
Ich würde sogar behaupten, daß ein Mensch im Angesicht des Todes und einer umfassenden Erkenntnis und Liebe, die ihn ereilt, alle Blockaden auf einmal auflösen kann,
ohne jemals irgendeine Therapie gemacht zu haben (was natürlich nicht heißen soll, daß wir nun die Hände in den Schoß legen sollen in der Hoffnung, daß uns diese Erfahrung auch ereilt - denn vor allem das Hier und Jetzt möchte gelebt werden und jeder sollte bestrebt sein, jederzeit sein Bestes zu geben - doch eben nicht über die Grenzen dessen hinaus, womit er sich gut fühlt und was gesund für ihn ist.
Ein Mensch, der immer wieder über seine Grenzen geht, wird nicht weicher, sondern härter,
da es selten selbstlos geschieht und das Außen ihm dieses immer widerspiegeln wird in Form von Undank und ähnlichem.
Werde also weicher, lockerer, sei auch mal albern, tue, wozu Du Lust hast, lasse fließen, was fließen möchte, genieße, sei einfach der/die, der/die Du bist, und der/die muß nicht graben, sondern ist eine ganz liebenswerte Person, offen, kraftvoll, liebevoll, aufrichtig und vieles mehr...
Hinweis: Dieser Artikel will keineswegs Euren bisherigen Lebensweg (der sicher genau so wichtig und richtig war) oder etwas auf diesem Weg in Frage stellen - schaut am besten selbst, was IHR damit machen möchtet, denn es ist EUER Leben, EURE Entscheidung, aber auch EURE Freude, um die es geht und davon wünsche ich Euch von Herzen gaaanz viel!!!!
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