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Last Update: 09.11

Lichtarbeit als Sündenbock
oder: wenn Glaube zum Schwert wird

von Grit Hermann  ☼  Quelle: www.casita-del-sol.de/glaub.htm
 

Man kennt es täglich aus den Medien: Berichte über Verbrechen, Unfreiheit, Unterdrückung und Kämpfe im Namen des Glaubens - beinahe könnte man denken, es geht einzig und allein darum, festzustellen bzw. zum Ausdruck zu bringen, wer 'mehr' Recht hat, wer also 'richtiger' mit seinem Glauben liegt! Da wird gefordert und oft zwangsmissioniert; all das im Namen der einen oder mehreren Gottheiten, deren Wunsch man damit zu erfüllen glaubt....
 

Bis heute dachte ich eigentlich, diese 'Kämpfe' und Auseinandersetzungen finden grundsätzlich weit weg von umserem Kulturkreis statt, dort, wo die Menschen zumeist etwas temperamentvoller und offensichtlich teilweise sogar auch für ihren Glauben zu sterben bereit sind.

Wie sehr ich mich da täuschte, wird zunehmend (wenn auch abgeschwächt) in der sog. Eso-Szene deutlich. Da werden ungebetene emails unbekannter Autoren gestreut, in denen man 'bekehrt' werden soll, dieses 'Teufelszeug' zu lassen (an dieser Stelle ganz klar: ich arbeite weder mit der 'dunklen Seite' zusammen noch habe ich Interesse an etwas, das andere schwächt und ich tue nichts 'für' andere ohne deren Wissen und Einverständnis, weil dies in meinen Augen bereits zur Schwarzen Magie zu rechnen wäre - siehe hierzu 'Wo schwarze Magie im Bereich Lichtarbeit anfängt', der aufzeigt, wie fließend die Übergänge sind).

Gott bzw. Christus, so meinen diese unbekannten Mailabsender, sei das Einzige, was zählt. Wer bitte von den seriös arbeitenden Licht- und Energiearbeitern oder Esoterik-Interessierten bestreitet denn das?! Haben die Autoren solcher Mails vielleicht einfach nur ein Schlagwort im Text entdeckt und dann alles über einen (negativen) Kamm geschoren?

Es ist jawohl zumindest für mich (aber finde jeder da bitte seine eigene Definition/Weltbild) klar, daß Gott die Quelle aller Schöpfung ist und Jesus Christus für uns alle eine große Aufgabe übernommen hat.

Wo bitte aber steht in der Bibel (wenn man denn dieses mehrfach übersetzte -jeder weiß, daß es Dinge gibt, die beim Übersetzen verloren gehen und je öfter desto mehr- und meines Wissens nach nicht vollständige Werk als Grundlage für sein Leben akzeptiert*) geschrieben, daß man nicht an sich arbeiten (= sich entwickeln) darf und Gottes Licht & Liebe nicht in sein Leben, seinen Alltag wie die ganze Welt einladen darf?

Was ist denn Licht- & Energiearbeit sonst, wenn nicht der (verantwortliche) Umgang mit göttlichen Energien?

Sollen wir lieber die Hände in den Schoß legen nach dem Motto: alles ist gut und irgend jemand wird's schon richten (für uns) und somit alle Verantwortung für unser Tun abgeben? Ist denn z.B. die Schule der Achtsamkeit, die ein zentrales Element des Buddhismus ist, nicht ein Finden Gottes auch in den kleinen Dingen des Alltags? Was daran bitte soll falsch sein???

Selbstverständlich gibt es überall schwarze Schafe - das will ich gar nicht schön reden und es gibt Menschen, die in der Tat jeden Kontakt zum Boden/Erde/Realität verloren haben und auf ihrer rosa Wolke voller Visionen dahinschweben, im Alltag aber (krass gesagt) nicht lebensfähig sind (ich durfte selbst genügend solcher abgehobenen Individuen kennenlernen, was mit ein Grund ist, mich stellenweise nicht mehr als Lichtarbeiter zu bezeichnen, sondern einfach als Mensch, der eben gewisse Erfahrungen gemacht hat, aber mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht). Doch es betrifft alle Bereiche: es gibt ebenso Menschen, die z.B. in einem Kirchenvorstand sind, denen aber Nächstenliebe und Toleranz ein Fremdwort sind und die wie ein Richter durch die Welt ziehen, sich überall einmischen und Leute verurteilen/abwerten, wenn sie nicht das tun, was sie gern hätten. Ist das ein 'guter' Glaube?!

Was den Eso-Bereich angeht: ich bin ebenso wenig begeistert von jeglicher Form von Sektentum u.ä., welches Menschen in Abhängigkeit und Unfreiheit bringt - auf der anderen Seite: jeder ist alt genug und voll verantwortlich für seine Entscheidungen und möglicherweise kann eine solche Erfahrung (wenn sie denn freiwillig getroffen wird) einen viel lehren, wie z.B., die eigene Freiheit wieder schätzen zu lernen oder sich zu fragen: was will ICH eigentlich?

Und ebenso wenig bin ich Freund von Dogmen, die sagen: nur wenn du das und das tust, bist du ein guter Mensch, nur wenn du 3 Stunden am Tag meditierst, kommst du in den Himmel und wenn du alle Seminare machst, alles Geld spendest o.ä.

Es gibt heutzutage soviele versteckte Dogmen, derer wir uns gar nicht bewußt sind wie z.B. 'ein Lichtarbeiter muß immer lieb sein, muß immer 'ja' sagen' und vieles mehr.

Daraus entsteht eine Menge Leid und oft entfernt uns dies meilenweit von unserem Weg, doch: viele Wege führen nach Rom und alles, was geschieht, ergibt (früher oder später) einen Sinn.

Umso fassungsloser bin ich, in der letzten Zeit immer wieder auf Leute zu stoßen, die meinen, den 'Fängen' der Lichtarbeit gerade nochmal so 'entkommen' zu sein. Welche 'Fänge'??? Lichtarbeit ist keine Sekte (wenn es vielleicht irgendwo auf der Welt auch Sekten geben mag, die Lichtarbeit praktizieren) - JEDER ist frei, diese Arbeit zu tun oder zu lassen! Es gibt keine Verpflichtung, keine Mitgliedsbeiträge, keinen, der einem vorschreibt, was man wann tun muß. Es mag Empfehlungen geben, die sich sicherlich je nach Autor und seiner jeweiligen Erfahrung unterscheiden, jedoch gibt es meines Erachtens nach nur EINEN, der entscheidet (nämlich uns SELBST), ob und wie wir das Ganze umsetzen und auch die Verantwortung dafür liegt bei jedem Einzelnen selbst.

Wenn ich also höre, daß jemand sinngemäß den 'Fangarmen' der Lichtarbeit gerade nochmal 'entgangen' ist (offensichtlich nach jahrelangem 'Leid'), stellt sich in Wahrheit doch viel mehr die Frage: 'wer hat diesen Menschen zu diesem 'Leid' gezwungen??? In wessen 'Tentakeln' hat er sich wirklich begeben? Doch wohl eher in die Verstrickung seiner EIGENEN Dogmen und Glaubenssätze, z.B., alles besonders gut und richtig zu machen.

Ich erfahre dann weiter, daß er durch eine Freundin, die sich für Esoterisches interessiere, dort 'hineingeraten' sei. Oh arme, starke Männerwelt! Eine Freundin wird ihn kaum dazu gezwungen haben und selbst, wenn sie ihn vor die Wahl gestellt hätte (was wohl sehr utopisch ist): du bekommst mich nur mit Esoterik oder gar nicht, so wäre es, wie die Frage klar ausdrückt, einzig und allein die EIGENE Wahl und auch Verantwortung (für die nun der Lichtarbeit die 'Schuld' untergeschoben wird, um selbst als armes, unmündiges 'Opfer' dazustehen)!

Wieso hat dieser Mensch keine Grenze gezogen im Stile von 'bis hierher und nicht weiter' (wie es jeder andere tun würde - ich erwarte von meinem 'unesoterischen' Mann auch nicht, daß er alles mitmacht oder sich interessiert!)? Eine Liebe erwartet doch nicht, daß man wirklich ALLES teilt bzw., stets und ständig EINER Meinung ist! Jeder hat trotz allem seinen eigenen Weg mit eigenen Erfahrungen und in einer Beziehung sollte man die evtl. konträre Meinung seines Partners auch einfach mal so stehenlassen können als das, was sie ist: die Meinung eines Einzelnen (und nicht einfach ungeprüft zu allem ja und amen sagen, nur damit alles harmonisch ist).

Und wenn dieser Mensch, der der Lichtarbeit um Haaresbreite 'entronnen' ist, dann noch auf die Idee kommt, gleich alles, was auch nur im Entferntesten aus dieser Richtung kommt, in einen Topf zu werfen und mit der Aufschrift 'Teufelswerk' zu versehen, so fällt mir dazu ganz spontan nur die Inquisition im Mittelalter ein, in der auch alles anders Denkende bekämpft wurde und es drängt sich der Verdacht auf, daß das zuvor keine freie Lichtarbeit gewesen sein kann. Viel mehr wird wohl alles auf ein extremes Helfer- bzw. Weltenretter-Syndrom (siehe hierzu der Artikel 'Das Weltenretter-Syndrom') zurückzuführen sein, das jetzt nun alle zum Gegenteil bekehren bzw. 'retten' will.

Irgendwann Anfang der 90er war ich mal genauso drauf: euphorisch & begeistert, habe alles mitgenommen, von dem ich meinte, ein 'guter' Lichtarbeiter sollte dies tun, jede Meditation mitgemacht, viele Seminare, auch länger andauernde (Jahresgruppe) und andere Gruppenveranstaltungen, bis ich am Ende feststellte, daß ich nicht mehr frei bin und alles in diesen Gruppen aus Regeln zu bestehen schien. Dann gab es einen ersten Ausbruch, zunächst von aufgestauten Gefühlen wie Wut, Unverständnis, aber auch die Frage nach dem Selbstwert, ob ich mir das alles überhaupt antun muß. Dieser innere Konflikt einerseits dazu gehören zu wollen, andererseits mich aber dafür nicht aufgeben zu wollen (wenn es auch nur wenige Bereiche betraf), wurde immer lauter, bis ich mich schlußendlich wie mit einer Explosion aus allem befreite und alles beendete.

Interessant dabei war, daß nach diesem Entschluß und seiner Umsetzung tatsächlich meine Energiefrequenz wie auch die meiner eigenen Aktivitäten schlagartig (meßbar mit dem Biotensor!) anstieg. Es dauerte noch eine weitere Weile, bis ich mich auch von dem Zwang, selbst Gruppen geben zu müssen (weil alle anderen das taten), befreite. Meine Freude war einfach nicht mehr da und die ganze Veranstaltung zu einer Farce geraten, bei der am Ende DM 5,- für eine 2-stündige kraftvolle und intensive Gruppenarbeit als Spende angeboten wurden...!!! Das machte das Mißverhältnis zwischen Geben und Nehmen mehr als deutlich und war sprichwörtlich der Anfang von Ende solcher und ähnlicher Projekte.

Aber ganz klar: ich hätte dies alles nicht tun müssen,

da ich das Mißverhältnis lange zuvor gespürt hatte. Nur meine Dogmen ließen es damals (noch) nicht zu. Ich brauchte meine Zeit, dies alles zu erkennen und dann ganz klar eine Entscheidung zu treffen: daß ich gern darauf verzichte, noch einmal meine Macht an andere Menschen, Institutionen, Gruppen abzugeben! Eine gute und wie ich heute finde, wichtige Lektion im Leben mit seinem Alltag, indem soviele Ecken an uns zerren und uns zum einen oder anderen manipulieren wollen!

Es ist zugegebenermaßen nicht immer leicht, zu erkennen, was wirklich ICH will und nicht andere mir suggerieren, was mein Wille sein SOLLTE.

Hier hilft im kopflastigen Informationszeitalter, immer wieder die Aufmerksamkeit auf unser Herz zu lenken, denn was ich auch von der Gruppe lernte: 'dort, wo eure Freude ist, ist euer Weg!' Und dies kann ich nach allem, was war, wirklich nur unterstreichen - wenn die Freude langsam nachläßt, ist es spätestens Zeit, zu hinterfragen, ob man noch zu dem steht, was man tut (dies gilt nicht nur für die Arbeit, sondern genauso Beziehungen, Aktivitäten, Hobbies uvm.) und wenn die Antwort ein 'Nein' oder 'weiß nicht' ist, ohne Bitterkeit oder falsches Opferbewußtsein dies anzuerkennen und es solange zu verändern, bis die Freude zurückkehrt (dies gilt nicht für kurzfristige 'Unlustphasen', die wohl ein jeder mal hat, sondern, wenn dies immer öfter vorkommt und/oder nicht mehr aufhört).

Dies alles ist aber NICHT die Schuld einer Technik oder eines ANDEREN oder einer Gruppe,

sondern, wenn man denn schon das äußerst negative und destruktive Wort 'Schuld' verwenden möchte, allein die der EIGENEN Person! Wir leben in einem freien Land und können jederzeit ganz frei eigene neue Entscheidungen/Wahlen treffen. Der/das einzige, was uns davon abhält, ist nicht 'Teufelszeug' oder die 'ach so böse Welt da draußen', sondern einzig unsere EIGENEN Glaubensmuster. Doch selbst die Glaubensmuster nehmen wir zwar unser Leben lang auch von außen auf (von Eltern, Lehrern, Chefs, Partnern etc.), aber WIR allein entscheiden, welches davon auch heute noch stimmig ist, welches seine Gültigkeit behält und welches gelöscht und durch ein passenderes ersetzt wird. Oftmals reicht hierzu eine bei vollem Bewußtsein getroffene Entscheidung in dem Stile von 'mit MIR nicht mehr!'.** Somit ist klar: WIR ALLEIN sind der Herr in unserem Haus, zumindest auf der Ebene des bewußten Verstandes. Ansonsten dürfte klar sein, wer der Herr im Hause ist... :-) (Stichwort: unser göttlicher Ursprung bzw. unser Schöpfer).

So gesehen macht es in meinen Augen keinen Sinn und bringt im Zeitalter der Globalisierung auch keinen weiter, wenn verschiedene Glaubensrichtungen und/oder Meinungen sich gegenseitig bekämpfen

- man kann über alles reden und/oder über viele Dinge geteilter Meinung sein, doch jeder hat guten Grund und sogar ein verbrieftes Grundrecht auf seinen Glauben und ich denke, es steht keinem zu (und liegt außerhalb unseres Urteilsvermögens), den eigenen Glauben als 'besser' für jemand anderen zu bezeichnen.

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang finde ich, daß der Mensch sich immer wieder daran erinnert, DAß es etwas 'Höheres', eine Macht oder Kraft gibt, die uns erschaffen hat und in allem präsent ist, was existiert.

Welchen Namen man dieser Energie/Wesenheit gibt, empfinde ich persönlich dabei als zweitrangig, denn alles ist gleichwertig. Die Frage ist nur, WAS ich damit anfange. Wenn ich andere bewußt schwäche/schädige/verletzte in 'seinem' Namen, wird das wohl in keiner mir bekannten Religion als positiv zu betrachten sein und vor allem entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen.

Viel spannender als immer nur die Dinge dualistisch, also trennend zu betrachten, finde ich, nach Gemeinsamkeiten zu suchen, denn derer gibt es viele und mein Empfinden sagt mir dazu, daß die Vielfalt in der Schöpfung, die sich auch in der Religion wiederfindet, kaum den Sinn des gegenseitigen Wettbewerbs oder Kampfes haben kann, sondern der gegenseitigen Bereicherung und Verschmelzung, kurz: dem Ausdruck des Göttlichen in all seinen Facetten dient. Und ich fände es schade, wenn man z.B. im Urlaub in Thailand statt einen Tempel andächtig und würdigend zu besuchen (mit allem, was dazu gehört: bedeckte Schultern und Knie und ohne Schuhe), den Thais erzählen würde, wieviel 'besser' das Christentum ist....

Ich freue mich lieber über die Vielfalt und genieße sie, als allem ein und denselben Stempel aufzudrücken.

Und so tauche ich auch im Urlaub gern in fremde Kulturen ein, je näher am Ursprung umso besser und gehöre nicht zu denen, die überall auf der Welt auf ihrem 5-Minuten-Ei bestehen und sich so das Leben selber schwer machen... :-))

Gottes Schöpfung ist so vielseitig und wunderbar - warum nicht auch diese Vielfalt in unserer Welt zulassen?

Ich für meine Person verzichte jedenfalls gern darauf, missioniert zu werden und ebenso hoffe ich, daß es mir immer gelingt, andere frei von jeder Missionsabsicht zu belassen (auch wenn ich meine, daß es gut für jmd. wäre). Antworten kann man dann, wenn man gefragt wird, aber ohne Frage (Erlaubnis) kein Bedarf nach einer Antwort....

In diesem Sinne allen ein BEFREI-TES Leben
mit EIGENEN Gedanken, EIGENEN Zielen, EIGENEM Weg
und doch alle EINS und verbunden mit der Quelle zu jeder Zeit

Eure Grit

* Unbestritten an dieser Stelle sei noch erwähnt, daß ich Begriffe wie Ethik, richtig verstandene Moral, Fairness, Loyalität, Zuverlässigkeit -alles jeweils privat wie auch beruflich- für unabdingbar und selbstverständlich für eine 'funktionierende' Welt halte; vieles aus der Bibel findet sich z.B. in den Kosmischen Gesetzen und anderen Selbstverständlichkeiten des Lebens wieder.

** Mehr dazu, wie Glaubensmuster in uns wirken, die Funktionen des Verstandes wie des Unterbewußtseins uvm. findet sich in dem ehem. 24-tlg. Studienkreis in Buchform mit Titel 'Das Master Key System' von Charles Haanel, das ihr im obigen Link bei Amazon anschauen und/oder bestellen könnt.
 

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